Afrika Spenden Islam

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Zakat, Sadaqah & Kurban: Islamische Spenden für Afrika richtig einsetzen

Für Millionen Muslime ist das Spenden nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern eine der fünf Säulen ihrer Religion. Gerade Afrika steht dabei oft im Fokus der Hilfsbereitschaft, da hier viele Menschen in Armut leben und Unterstützung dringend benötigen.

Doch wer religiös motiviert spendet, hat oft spezielle Anforderungen: Werden die Regeln der Zakat eingehalten? Kommt das Kurban-Fleisch wirklich am Opferfest an? Hier ist ein Leitfaden für muslimische und an islamischer Hilfe interessierte Spender.

1. Die drei Arten des Gebens

Im islamischen Kontext unterscheidet man verschiedene Formen der Spende, die Organisationen in ihrer Buchhaltung oft strikt trennen müssen.

A. Zakat (Die Pflichtabgabe)

Jeder vermögende Muslim muss jährlich 2,5 % seines stehenden Vermögens spenden.

  • Die Regel: Zakat-Gelder sind zweckgebunden. Sie dürfen (nach den meisten Lehrmeinungen) nicht für Verwaltungskosten oder Bauprojekte (wie Moscheebau) verwendet werden, sondern müssen direkt den Bedürftigen zugutekommen (z. B. Nahrungsmittel, Kleidung, direkte Finanzhilfe).
  • Für Afrika: Seriöse Organisationen haben ein separates „Zakat-Konto“ und garantieren eine 100-prozentige Weitergabe an Arme in Krisenregionen wie Somalia, Mali oder dem Sudan.

B. Sadaqah (Die freiwillige Spende)

Dies ist die allgemeine, freiwillige Spende. Hier sind die Verwendungszwecke freier.

  • Sadaqah Jariyah (Die dauerhafte Spende): Besonders beliebt in Afrika ist der Bau von Brunnen. Die Idee: Solange Menschen (oder Tiere) aus diesem Brunnen trinken, erhält der Spender im Jenseits Belohnung (Hasanat). Dies ist eine sehr nachhaltige Form der Hilfe.

C. Kurban / Udhiyah (Das Opferfest)

Zum Opferfest spenden Muslime Geld, damit in ärmeren Ländern ein Tier geschlachtet und das Fleisch an Bedürftige verteilt wird.

  • In vielen afrikanischen Dörfern ist dies oft das einzige Mal im Jahr, dass die Familien Fleisch essen können.

2. Woran erkenne ich seriöse islamische Hilfsorganisationen?

Es gibt viele Organisationen, die sich auf islamische Hilfe spezialisiert haben. Doch auch hier gibt es Unterschiede in Qualität und Transparenz.

Das DZI-Siegel als Goldstandard

Auch für islamische Vereine gilt in Deutschland: Das DZI Spenden-Siegel ist der beste Beweis für Vertrauenswürdigkeit.

  • Islamic Relief Deutschland: Diese Organisation ist eine der wenigen explizit islamischen Hilfswerke, die das begehrte DZI-Siegel tragen. Sie arbeiten hochprofessionell, trennen Zakat-Gelder sauber ab und sind weltweit vernetzt.

Weitere bekannte Organisationen

Es gibt weitere große Vereine, die in der muslimischen Community in Deutschland sehr verankert sind und viel in Afrika leisten (oft ohne DZI-Siegel, was aber meist an den hohen Kosten für das Siegel liegt):

  • Muslimehelfen e.V.
  • Hasene International
  • WEFA International

Achten Sie bei Organisationen ohne Siegel auf Jahresberichte: Wird offengelegt, wie viel Geld für Werbung und Verwaltung draufgeht?

3. Brunnenbau in Afrika: Ein Klassiker mit Tücken

Viele Spender möchten einen eigenen Brunnen mit Namensschild („Gewidmet von Familie X“) bauen lassen. Das kostet je nach Region und Tiefe zwischen 1.000 und 15.000 Euro.

Darauf sollten Sie achten:

  1. Wartung: Ein Brunnen, der nach zwei Jahren kaputt ist, ist keine Sadaqah Jariyah. Fragen Sie die Organisation: „Wer kümmert sich um die Wartung, wenn die Pumpe bricht?“ Gute Organisationen bilden lokale Mechaniker aus oder richten Wasserkomitees ein.
  2. Standort: Seriöse Organisationen bauen dort, wo Wasser fehlt, nicht dort, wo es am billigsten ist, einen Brunnen zu bohren.

4. Steuerliche Absetzbarkeit in Deutschland

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass religiöse Spenden „Privatvergnügen“ seien. Das stimmt nicht.

  • Steuerabzug: Wenn der islamische Hilfsverein in Deutschland als gemeinnütziger Verein (e.V.) eingetragen ist (Zwecke: Mildtätigkeit oder Entwicklungszusammenarbeit), können Sie Ihre Zakat, Sadaqah oder Kurban-Spende ganz normal von der Steuer absetzen.
  • Beleg: Sie erhalten eine Zuwendungsbestätigung, genau wie beim Roten Kreuz oder der Caritas.

5. Nicht-Muslimische Organisationen und Zakat

Kann ich meine Zakat auch an UNICEF oder Ärzte ohne Grenzen geben?

  • Die theologische Sicht: Viele Gelehrte sagen, Zakat sollte primär von Muslimen verwaltet werden, um die korrekte religiöse Verwendung sicherzustellen.
  • Die Praxis: Einige große säkulare Organisationen (z. B. das UNHCR – Flüchtlingshilfswerk der UN) haben mittlerweile spezielle „Zakat-Fonds“ eingerichtet, die von islamischen Gelehrten geprüft wurden, um sicherzustellen, dass die Gelder konform mit den religiösen Regeln verwendet werden. Das öffnet neue Wege für effektive Hilfe.

Fazit:

Wer islamisch konform für Afrika spenden will, sollte auf Organisationen setzen, die religiöse Gebote (Zakat-Trennung) mit professioneller Entwicklungsarbeit verbinden. Ein Brunnen ist eine wunderbare Geste – aber nur, wenn er auch gewartet wird.


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