Hunger in Afrika Statistik

Hunger in Afrika Statistik

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die aktuelle Ernährungslage in Afrika auf Basis der Berichte der Vereinten Nationen (FAO, WFP) und des Welthunger-Index (Stand: Januar 2026).


Hunger in Afrika: Aktuelle Statistiken und Hintergründe (2025/2026)

Während die weltweiten Hungerzahlen in einigen Regionen leicht zurückgehen, bleibt die Lage auf dem afrikanischen Kontinent alarmierend. Afrika ist derzeit die einzige Weltregion, in der die Zahl der unterernährten Menschen stetig und signifikant ansteigt.

Die aktuelle statistische Lage

Laut dem neuesten Welternährungsbericht (SOFI 2025) und aktuellen Daten aus Anfang 2026 leiden in Afrika mehr Menschen an Hunger als jemals zuvor seit Beginn der statistischen Erfassungen.

KennzahlAktueller Wert (geschätzt 2025/2026)Vergleich zu 2004
Anzahl der Hungerndenca. 307 Millionen185 Millionen
Anteil an der Bevölkerung20,4 % (Jeder 5. Mensch)ca. 18 %
Anteil am weltweiten Hungerfast 50 %ca. 25 %
Mangelernährte Kinder (<5 J.)ca. 150 Millionen (Wachstumsstörungen)

Prognose: Wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, werden im Jahr 2030 voraussichtlich 60 % aller hungernden Menschen weltweit in Afrika leben.


Regionale Brennpunkte: Wo ist die Not am größten?

Der Hunger ist in Afrika nicht gleichmäßig verteilt. Besonders betroffen sind Regionen, in denen bewaffnete Konflikte und extreme Wetterereignisse aufeinandertreffen.

1. Ostafrika (Das Horn von Afrika)

In Ländern wie Äthiopien, Somalia und Südsudan ist die Lage katastrophal. Allein in Äthiopien sind über 16 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Im Südsudan gelten weite Teile der Bevölkerung als „akut ernährungsunsicher“.

2. Sudan: Eine drohende Massenhungersnot

Infolge des anhaltenden Bürgerkriegs wurde im Sudan bereits 2024 für Teile des Landes (wie Nord-Darfur) eine Hungersnot bestätigt. Auch 2026 bleibt das Land der weltweit größte Krisenherd für akuten Hunger.

3. Die Sahel-Zone

In Nigeria, Niger, Burkina Faso und Mali treiben Terrorismus und politische Instabilität die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe. In Nigeria sind Schätzungen zufolge über 25 Millionen Menschen von Hunger bedroht.


Die drei Hauptursachen für den Hunger

Die Statistiken zeigen deutlich, dass Hunger selten nur eine einzige Ursache hat. Meist ist es ein Zusammenspiel aus drei Faktoren:

  • Konflikte und Gewalt: Sie sind der Haupttreiber. Krieg zerstört Infrastruktur, vertreibt Bauern von ihren Feldern und macht Handelswege unpassierbar.
  • Klimawandel: Afrika leidet überproportional unter Wetterextremen. Während Ostafrika von Dürren heimgesucht wird, zerstören Überschwemmungen in West- und Zentralafrika regelmäßig die Ernten. Das Klimaphänomen El Niño führte zuletzt in Südafrika zu Ernteausfällen von bis zu 50 %.
  • Wirtschaftliche Schocks: Die hohe Inflation bei Lebensmitteln sorgt dafür, dass sich selbst dort, wo Märkte funktionieren, viele Menschen kein gesundes Essen mehr leisten können. Etwa ein Drittel der Bevölkerung Afrikas kann sich keine nährstoffreiche Ernährung sichern.

Fazit: Ein Wettlauf gegen die Zeit

Die Daten für 2026 verdeutlichen, dass humanitäre Hilfe allein nicht ausreicht. Während Nothilfe Leben rettet, ist eine langfristige Stärkung der Landwirtschaft (Resilienz) und vor allem politischer Frieden notwendig, um die Statistiken nachhaltig zu senken. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, trotz sinkender Budgets die Unterstützung für Afrika nicht abreißen zu lassen.

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